Kultureinrichtungen stehen vor einer wesentlichen Herausforderung: Erwartungen wachsen, Ressourcen bleiben knapp, und der Alltag lässt kaum Raum für die wirklich wesentlichen Dinge und neue Ideen. Künstliche Intelligenz kann dabei ein wirksamer Hebel sein, um Prozesse zu entlasten und mehr Raum für das zu schaffen, was wirklich zählt: die künstlerische und kuratorische Arbeit. Viele Einrichtungen warten auf den richtigen Moment: mehr Budget, mehr Personal, eine ausgereifte Strategie. In anderen Branchen zeigt sich jedoch längst, dass der entscheidende Vorteil nicht denen gehört, die am längsten planen, sondern denen, die früh anfangen, Erfahrungen sammeln und Kompetenzen aufbauen.¹ Der erste Schritt muss nicht groß sein. Eine vollständige Strategie muss nicht vorliegen, um loszulegen; sie entwickelt sich oft gerade dann am klarsten, wenn erste praktische Erfahrungen vorliegen. Wer anfängt, lernt. Und wer lernt, plant besser.
[Wenn im Folgenden von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, meinen wir Systeme, die konkrete, klar abgegrenzte Aufgaben übernehmen: von der Analyse und Klassifikation von Datenbeständen bis zur Erstellung von Texten, Bildbeschreibungen oder personalisierten Empfehlungen.²]
In drei Schritten zum Einstieg
Erste Erfahrungen mit KI-Anwendungen zu sammeln und sich schrittweise vorzutasten, braucht keine perfekte Ausgangslage. KI-Anwendungen entfalten ihren größten Mehrwert dort, wo sie an realen Herausforderungen anknüpfen und sich in bestehende Prozesse einfügen. Der Einstieg beginnt deshalb nicht mit der Technologie, sondern mit einem gezielten Blick auf den Alltag. Die folgenden drei Schritte geben Ihnen Orientierung, wie der Anfang in Ihrer Institution gestaltet werden kann.