Immersive Ausstellungen: Erfolgsstrategien für öffentliche Museen

Aktuelles I Foto: diane-picchiottino, unsplash

Immersive Ausstellungen sind in aller Munde. Ermöglicht durch neue technologische Entwicklungen haben sie sich zu Publikumsmagneten und erfolgreichen Geschäftsmodellen entwickelt. Ein prominentes Beispiel ist das vom Unternehmen Culturespaces in Paris eingerichtete Kunstzentrum Atelier des Lumières, das zuletzt rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr anzog. In Deutschland locken z. B. Formate wie Monets Garten oder Dalí Spellbound des Produzenten und Tourneeveranstalters Alegria Exhibition teils über tausende Besuchende pro Tag bei Ticketpreisen von mehr als 20 Euro. Auch private Museen und Start-up Unternehmen haben immersive Ausstellungen im Angebot, wie etwa das 2016 aus actori heraus gegründete Unternehmen TimeRide, das virtuelle Zeitreisen mit modernen technischen Mitteln ermöglicht.

Öffentliche Museen entdecken die Potenziale immersiver Ausstellungen zunehmend für sich, stehen dabei allerdings vor einigen Herausforderungen. Neben Vorbehalten bezüglich der Vereinbarkeit mit dem Museumsauftrag können die Kosten für immersive Ausstellungen höher sein als für konventionelle Ausstellungen. Zudem fehlt es vor allem kleineren Häusern an Wissen über die technischen Anforderungen und Möglichkeiten sowie an Kontakten zu entsprechenden Dienstleistenden. Wie können immersive Ausstellungen auch in öffentlichen Museen erfolgreich sein? Für welche Museen sind immersive Ausstellungen geeignet? Welche Best Practices sind bei der Konzeption und Umsetzung zu beachten?
Eine von actori durchgeführte Befragung öffentlicher Museen hat einige Erfolgsfaktoren für die Durchführung von immersiven Ausstellungen mit neuen Technologien identifiziert:

Ausstellungskonzept: Das Ausstellungskonzept sollte zur Erfüllung originärer Museumsaufgaben beitragen (Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen, Vermitteln). Der Deutsche Museumsbund betrachtet "publikumswirksame Ausstellungen und Veranstaltungen" als ein Kennzeichen professioneller Museumsarbeit. Immersive Ausstellungen dürfen entsprechend publikumswirksam konzipiert sein. Überdies können neue Technologien besonders effektiv den Vermittlungsauftrag unterstützen, was sich in naturwissenschaftlichen und technischen Museen anschaulich zeigt. So konnten z.B. im VR-Lab des Deutschen Museums der Dampfkreislauf der Sulzer Dampfmaschine oder ein Flug mit dem Lilienthalgleiter mithilfe von VR-Brillen vermittelt werden.

Berücksichtigung kommerzieller Aspekte: Bei der Planung immersiver Ausstellungen sollten kommerzielle Aspekte verstärkt einbezogen werden. Mit einer professionellen Vermarktungsstrategie können Museen viele neue Besuchende gewinnen. Durch entsprechende Eintrittsgebühren, Events und Programme, den Verkauf von Merchandising-Artikeln, Partnerschaften oder Sponsoring können die Einnahmen gesteigert werden, was auch höhere Investitionen in eine immersive Ausstellung rechtfertigen kann. Bindungsstrategien, wie z.B. der Verkauf von Jahresmitgliedschaften sollten in diesem Zusammenhang in Betracht gezogen werden.

Markt- und Technologieverständnis: Für Museen ist es notwendig, ein gewisses Verständnis der im Markt verfügbaren Formate und Technologien zu entwickeln. Gerade kleinere Einrichtungen außerhalb der Ballungszentren verzichten auf immersive Ausstellungen mangels Kenntnis der technischen Anforderungen und Möglichkeiten. Eine Ausschreibung sollte erst nach besserer Marktkenntnis erfolgen und die gesamte Wertschöpfungskette umfassen, einschließlich der Verfügbarkeit des Dienstleisters für Reparatur und Wartung während der Ausstellung, um Ausstellungen zu einem nachhaltigen Erfolg zu machen.

Partner/-innen: Die Attraktivität immersiver Ausstellungen hängt in hohem Maße von der Einbindung geeigneter Ausstellungsgestaltender und/oder Technologiedienstleistender ab. Mögliche Kanäle, um sowohl ein besseres Marktverständnis zu entwickeln als auch potenzielle Partner/-innen zu erschließen sind neben bestehenden Kontakten z. B. die Branchenplattform für Wanderausstellungen Teo Exhibitions, der Verband für Ausstellungsgestaltung (VERA) oder relevanten Branchentreffen.

Die actori GmbH unterstützt Sie als Branchenexpertin mit methodischem und fachlichem Know-how bei der Ertragssteigerung und Erschließung neuer Zielgruppen.

 

Ein Beitrag von Pavel Achter, Beratung.

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