Unterstützung der Reformbestrebungen Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Brandenburger Tor Berlin
Denny Muller
Berlin I Foto: Nikolaus Schäffler, Prof. Maurice Lausberg

Kontext

Mit 4,2 Mio. Museums- und 887 Tsd. Bibliotheksbesuchen jährlich ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) eine der größten Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen der Welt. Dabei steht der Kulturverbund vor Herausforderungen struktureller und finanzieller Art, die bereits der Wissenschaftsrat in seinem 2020 veröffentlichten Gutachten festgestellt hat. Ziel der aktuellen Reformbestrebungen ist es, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz strukturell an die Anforderungen eines modernen Kulturbetriebes mit großer internationaler Ausstrahlung anzupassen. actori hat die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien beim Reformprozess unterstützt.

Vorgehensweise

Im Rahmen der Unterstützung des Reformprozesses haben wir uns mit verschiedenen Fragekomplexen befasst:

Stiftung Preußischer Kulturbesitz-Governance: Wie können Führungs- und Leitungsstrukturen der SPK aussehen, die den Einrichtungen der Stiftung mehr Autonomie und Flexibilität ermöglichen, zugleich als ein verbindendes Element für sie fungieren? Um diese Fragen zu beantworten haben wir unter anderem Workshops mit Führungskräften der Stiftung durchgeführt und ein Benchmarking mit anderen Kulturverbünden vorgenommen.

Verwaltungsstrukturen: Wie kann die Stiftungsverwaltung mehr zu einer Ermöglichungsstruktur werden, die die verschiedenen Einrichtungen bestmöglich bei ihrer Arbeit unterstützt? Welche Verwaltungsbereiche sollten im Zuge dessen zentral gebündelt, welche sollten dezentral angesiedelt werden? Hier haben wir insbesondere Stellenstrukturen analysiert und gemeinsam mit Stiftungsmitarbeitenden Workshops zu Verwaltungsbereichen durchgeführt, z. B. „Personal“ oder „Marketing und Kommunikation“.

Governance der Staatlichen Museen zu Berlin: Wie können künftige Entscheidungs- und Führungsstrukturen für die Staatlichen Museen zu Berlin aussehen, nachdem es nun keine Generaldirektion mehr geben soll? Und wie können solche Strukturen ausgestaltet werden, um den verschiedenen Museen Flexibilität und zugleich ein Zusammenwirken zu ermöglichen? Unter anderem haben wir hier eine Interview-Reihe mit den Museen sowie Benchmarkings zu Governance- und Verwaltungsstrukturen anderer Museumsverbünde durchgeführt.

Finanzierungsbedarfe: Welche finanziellen Ressourcen braucht die SPK, um den an sie gestellten Ansprüchen gerecht zu werden – nämlich eine international strahlkräftige Kultureinrichtung zu sein, die auf höchstem Niveau arbeitet und national und international Menschen begeistert? Um Finanzierungsbedarfe objektiv einzuschätzen, haben wir stiftungsseitig angemeldete Bedarfe mit einem internationalen Benchmarking vergleichbarer Einrichtungen (z. B. Smithsonian Institutionen, Tate Gallery) verglichen und daraus Empfehlungen abgeleitet.

Mehrwert

  • Zu den oben genannten Punkten hat actori mögliche Lösungswege und die damit verbundenen Konsequenzen für die Stiftungsreform aufgezeigt beziehungsweise Transparenz in komplexen Fragestellungen geschaffen.
  • Das Projekt hat zur Klarheit über mögliche Richtungsentscheidungen beigetragen und damit die Reform weiter vorangetrieben.
  • Die Realisierung der Vorschläge optimiert die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und schafft zeitgleich mehr Autonomie für ihre Einrichtungen.

 

Das Projekt wurde umgesetzt von Dr. Nora Pähler vor der Holte, Projektleitung, Dr. Sebastian Lücke und Tassilo von Schmeling Beratung und Prof. Maurice Lausberg, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter.

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