Kontext
Die Stadt Herford plant einen zukunftssicheren Neubau für die Nordwestdeutsche Philharmonie, das Herforder Theater und weitere kulturelle Nutzungen. Die über 60 Jahre alten Proben- und Veranstaltungsorte können den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Das geplante Kulturhaus soll in Zukunft als multifunktionaler Ort mit einem 1000er Konzertsaal, einem 550er Theatersaal sowie Probensaal gedacht werden. Um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für anstehende Investitionen für die Stadt Herford zu entwickeln, hat actori eine ergebnisoffene Machbarkeitsüberprüfung an zwei zentral gelegenen Standorten mit anschließender Vertiefung an einem präferierten Standort durchgeführt.
Vorgehen
Von Oktober 2024 bis Juli 2025 entwickelte actori gemeinsam mit der Kultur Herford gGmbH eine umfassende Standortlösung für das ambitionierte Kulturhausprojekt. In mehreren aufeinander aufbauenden Modulen entstand schrittweise Klarheit über Machbarkeit und optimale Umsetzung.
Im engen Austausch mit der Kultur Herford GmbH und den städtischen Verantwortlichen erfasste actori zunächst die komplexe Ausgangssituation. Gemeinsame Ortsbegehungen der Grundstücke inklusive Bestandsbebauung lieferten erste Erkenntnisse zu städtebaulichen Möglichkeiten und Restriktionen. Parallel wurden bereits vorliegende Machbarkeitsstudien, Raumbücher und Flächenanforderungen systematisch ausgewertet. Die Analyse planungsrechtlicher Grundlagen – von Bebauungsplan-Vorgaben bis zu Denkmalschutzauflagen – schuf die Basis für eine realistische Einschätzung der Umsetzungsmöglichkeiten an den Grundstücken. Die Entscheidung fiel darauf aufbauend für ein innerstädtisches Grundstück mit Bestandsbebauung.
Für das präferierte Grundstück entwickelte actori konkrete Überplanungsvorschläge. Jeder Vorschlag wurde detailliert auf Umsetzbarkeit geprüft: Wie lassen sich 1000er Konzertsaal und 550er Theatersaal optimal anordnen? Welche städtebauliche Wirkung entsteht? Wie funktioniert die Erschließung und Anlieferung? Volumetrische Studien und schematische Grundrisse visualisierten die räumlichen Möglichkeiten und funktionalen Zusammenhänge. Aufbauend auf den Planungen entstand zudem eine neue Nutzungsvision, die das Kulturhaus als "Wohnzimmer von Herford" jenseits reiner Hochkultur positionierte und die im Kulturausschuss Herford bei einer Präsentation im Juni großen Anklang fand. (z.B. https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/herford/24115997_Einstimmiges-Ja-Herford-plant-neues-Kulturhaus-auf-dem-Sparkassen-Gelaende.html)
Grafik: Planausschnitt
Mehrwert
- Die Standortanalyse ermöglichte eine erste Bewertung der Machbarkeit an den vorgesehenen Grundstücken unter Berücksichtigung aller planungsrechtlichen Restriktionen
- Konkrete Überplanungsvorschläge lieferten realistische Umsetzungsszenarien für das komplexe Raumprogramm mit höchsten logistischen, funktionalen und akustischen Ansprüchen
- Fundierte Kostenschätzungen schufen Planungssicherheit für die Investitionsentscheidungen
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Das Projekt wurde umgesetzt von Rebecca Heinzler, Leitung Architektur, Franziskus Linsmann, Projektleitung und Frank Schellenberg, Geschäftsführer.