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Partizipative Entwicklung der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška

Kopf des Denkmals Lindwurm in Klagenfurt
Foto: RoubeOG, Klagenfurter Lindwurm, pixabay

Kontext

Das Land Kärnten/Koroška beauftragte actori mit der Konzeption, Begleitung und partizipativen Entwicklung seiner ersten umfassenden Kunst- und Kulturstrategie. Ziel war es, auf Basis des Regierungsprogramms 2023–2028 ein strategisches Rahmenkonzept für die kulturelle Entwicklung des Landes bis 2030 zu erarbeiten. Die Strategie sollte die Vielfalt der Kärntner Kulturszene erhalten und gleichzeitig Alleinstellungsmerkmale des Landes schärfen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der geografischen und demografischen Diversität des Landes, der Zweisprachigkeit (Deutsch/Slowenisch), der besonderen Lage im Alpen-Adria-Raum sowie der Einbindung unterschiedlichster Akteurinnen und Akteure – von etablierten Kulturinstitutionen über die freie Szene bis hin zu volkskulturellen Vereinen mit rd. 100.000 ehrenamtlich Engagierten. Der partizipative Prozess sollte sicherstellen, dass konkrete, umsetzbare Maßnahmen für eine innovative und nachhaltige Kulturpolitik definiert werden, die zugleich den erforderlichen Rückhalt bei den relevanten Stakeholdergruppen finden.

Vorgehen

actori entwickelte einen dreiphasigen partizipativen Prozess über rd. 26 Monate. In Phase I erfolgte eine umfassende Bestandsaufnahme durch Dokumentenanalyse, Trendanalyse (u. a. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, demografischer Wandel) sowie rd. 30 qualitative Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aller Kultursparten und Expertinnen und Experten aus Politik und Verwaltung. Drei Kick-off-Workshops mit Stakeholderinnen und Stakeholdern aus Politik, Verwaltung, Kulturgremium und Interessensvertretungen lieferten zusätzliche Informationen und die Kontextualisierung der Daten und Informationen. Die Analyse mündete in eine SWOT-Analyse, aus der 26 Themenbausteine entwickelt wurden, die actori sodann kriterienbasiert zu sechs übergreifenden Schwerpunktthemen verdichtete:

  • Vernetzung und KooperationErbe im Wandel – bewahren und entwickeln
  • Räume der Kunst und Kultur – analog und digital
  • Kunst, Kultur und Tourismus
  • Unterstützung für Kunst und KulturZugänge zu Kunst und Kultur.

Phase II umfasste die partizipative Erarbeitung durch sechs öffentliche Zukunftsforen (je 100–240 Teilnehmende) und sechs vertiefende Kunst- und Kulturwerkstätten (je rd. 30–40 Expertinnen und Experten). Die Zukunftsforen fanden bewusst dezentral in verschiedenen Landesteilen statt (Bleiburg, Spittal an der Drau, Villach, Ossiach, St. Veit, Wolfsberg an der Glan), um das gesamte Land einzubeziehen. Jedes Forum kombinierte themenspezifische Impulsvorträge, moderierte Paneldiskussionen mit moderierten Arbeitsgruppen. Die Veranstaltungen richteten sich an einen breiten Teilnehmerkreis, sie wurden im Sinne der Niedrigschwelligkeit zweisprachig durchgeführt und durch Gebärdendolmetschung begleitet. Thematisch vertiefende Kunst- und Kulturwerkstätten fanden allesamt in Klagenfurt statt und waren darauf ausgerichtet, Ergebnisse aus den Zukunftsforen zu verdichten und in konkrete Maßnahmen zu überführen.
In Phase III erfolgte die Auswertung, Strukturierung und Verdichtung der Ergebnisse zu 24 strategischen Zielen und 67 konkreten Maßnahmen. actori erstellte eine fundiert ausformulierte Diskussionsgrundlage des Abschlussdokuments. Die Konkretisierung und Finalisierung erfolgte in enger Abstimmung mit Kulturgremium, Interessensvertretungen und Politik, koordiniert durch die Auftraggebenden.
Begleitend zum gesamten Prozess konzipierte und pflegte actori die mehrsprachige Projekt-Website und koordinierte die multimediale Kommunikationsstrategie über die Website und Social Media Kanäle. Zudem begleitete actori Presse- und Landtagstermine, war in Beiratsstrukturen relevanter Stakeholdergruppen präsent und war für regelmäßige Evaluationen der Projektfortschritte sowie ein zentrales Kostencontrolling verantwortlich.

Mehrwert

  • Die systematische Erstentwicklung einer landesweiten Kulturstrategie ermöglicht erstmals strategische Prioritätensetzung und zielgerichteten Ressourceneinsatz bis 2030.
  • Die strukturierte Herleitung von sechs Schwerpunktthemen aus 26 Themenbausteinen schuf eine übersichtlich und klar kommunizierbare Handlungsstruktur für die kommenden Jahre.
  • Die breite Partizipation durch rd. 1.400 Beteiligte trug wesentlich zu Ergebnisqualität, hoher Akzeptanz und Identifikation der Stakeholdergruppen mit der Strategie bei.
  • Der Prozess aktivierte nachhaltige Vernetzung innerhalb der Kulturszene und schuf neue Kooperationsansätze mit dem für Kärnten wichtigen Tourismus.
  • Die dezentrale Veranstaltungsplanung in verschiedenen Landesteilen stellte sicher, dass auch die ländlichen Räume vielfältig einbezogen wurden.
  • Die konsequente Zweisprachigkeit und Barrierefreiheit aller Formate setzte Inklusionsstandards und bildete die kulturelle Vielfalt Kärntens authentisch ab.
  • Eine fortlaufende enge Abstimmung zwischen Auftraggebenden und actori sowie regelmäßige Projektevaluationen und Kostencontrollings führen zu einer hohen Projekteffizienz.

 

Das Projekt wurde begleitet von Rhea Elbing, Beratung, Dr. Sebastian Lücke , Projektleitung und Frank Schellenberg, Geschäftsleitung.