Konzeption und Durchführung eines Prozesses zur Kultur­entwicklungsplanung für die Stadt Detmold

Das_Landesarchiv_Nordrhein_Westfalen
Denny Muller
Nordrhein-Westfalen I Foto: Haseeb Jamil/unsplash

Kontext

Die Stadt Detmold verfügt über eine außerordentlich vielfältige und reiche Kulturlandschaft. Die Aktivitäten der Kulturakteurinnen und -akteure aller Sparten und Professionalitätsgrade sind prägend für die Stadt. Mit Blick auf die großen gesellschaftlichen Trends und Entwicklungen (z. B. Digitalisierung und demographischer Wandel) haben es sich Politik und Verwaltung der Stadt zum Anliegen gemacht, die Kultur zu unterstützen und für die Zukunft zu stärken. Dafür sollte ein Kulturentwicklungsplan erarbeitet werden, der Perspektiven, Schwerpunkte und konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung der städtischen Kultur enthält. Das Instrument der Kulturentwicklungsplanung wählte man nicht zuletzt auch, um angesichts zunehmender Komplexität kulturpolitischer Fragestellungen ganzheitlich und auf strukturierte Art zu Perspektiven und Lösungen zu gelangen. Grundlegend für den Prozess war es, den Erarbeitungsprozess und dessen Ergebnisse transparent, partizipativ und nachhaltig zu gestalten.

Vorgehen

Zuerst hat sich actori umfassend mit der Ausgangssituation der Detmolder Kultur beschäftigt, um ein tragfähiges inhaltliches Fundament für den Kulturentwicklungsplan zu erarbeiten. Teil dessen war die Analyse relevanter Daten und Dokumente, ebenso von gesellschaftlichen Trends und Entwicklungen. Ergänzt wurden diese Analysen durch vertiefende Einzel-Interviews mit rund 20 Akteurinnen und Akteuren der Detmolder Kultur, Politik und Verwaltung. Aufsetzend auf diese Bestandsaufnahme hat actori gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Verwaltung und Kultur eine inhaltliche Struktur für den Kulturentwicklungsplan entwickelt. Wesentliches Resultat waren Schwerpunktthemen (z. B. „Vernetzung und Kooperation“, „Orte kulturellen Erlebens und Gestaltens“), die durch klare Gliederung die vorliegende Themenvielfalt überblickbar und bearbeitbar gemacht haben. Mit der inhaltlichen Ausarbeitung dieser Schwerpunktthemen befasste sich eine zweitägige Zukunftskonferenz, an der rund 100 Akteurinnen und Akteure aus Kultur, Bildung, Politik und Verwaltung teilnahmen. Bei dieser Konferenz wurden die Schwerpunktthemen in parallelen, von actori moderierten Arbeitsgruppen zunächst inhaltlich definiert. Darauf aufbauend wurden Ziele und Handlungsfelder sowie mögliche Maßnahmen entwickelt und priorisiert. Die Ergebnisse dieser Konferenz sowie der vorangegangenen Arbeitsschritte hat actori strukturiert, konsolidiert und schließlich zu einem Kulturentwicklungsbericht ausgearbeitet.

Einsichten in die Konzeption und Durchführung von Kulturentwicklungsplanung bietet Dr. Sebastian Lücke der actori-Studie Kulturentwicklungsplanung: Chancen und Erfolgsfaktoren partizipativer Ausgestaltung.

Mehrwert

  • Im Rahmen des Prozesses wurden kulturpolitische Schwerpunkte definiert und zahlreiche konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Kultur ausgearbeitet (darunter auch aufwandsneutrale Maßnahmen zur Stärkung der Kultur).
  • Durch ein mehrstufiges Verfahren in der Entwicklung kulturpolitischer Schwerpunktthemen, wurde gewährleistet, dass die zentralen Themen der Kulturentwicklung klar strukturiert und infolge ihre Inhalte und Fragestellungen „nutzendenfreundlich“ und gut zu bearbeiten waren.
  • Die stark partizipative Ausgestaltung des Prozesses ermöglichte es, von der Perspektiven- und Erfahrungsvielfalt der Stakeholderinnen und Stakeholder zu profitieren. An verschiedenen Stellen des Prozesses haben sie aktiv ihre Ideen und Wünsche eingebracht.
  • Der Prozess hat starke Impulse zu Vernetzung und Austausch in der städtischen Kulturlandschaft gesetzt. Das zeigt sich unter anderem in der geplanten Verstetigung des Austauschs in Form eines „Zukunftstischs Kultur“.
  • Der Einbezug der relevanten Stakeholderinnen und Stakeholder sorgte für Akzeptanz der Planungsergebnisse. Zudem entstand bei den Teilnehmenden ein Bewusstsein der Mitverantwortung für seine Umsetzung.

 

Das Projekt wurde umgesetzt von Dr. Sebastian Lücke, Projektleitung, Rhea Elbing (Beratung), Tassilo von Schmeling (Beratung), Michaela Herrmann (Beratung) und Frank Schellenberg (Geschäftsführung).

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