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Identifikation und Bewertung von Synergieeffekten zwischen sechs Berliner Sprechtheatern

Foto: Florian Wehde, unsplash

Kontext

Die Berliner Sprechtheater – Deutsches Theater, Volksbühne, Schaubühne, Berliner Ensemble, Maxim-Gorki-Theater und Theater an der Parkaue – zählen mit rd. 815.000 Besuchen im Jahr 2025 zu den zentralen Kulturmotoren der Stadt und wichtigen Impulsgebern für Tourismus und Gastronomie. Angesichts der Berliner Haushaltskonsolidierung und spürbar steigender Kosten steht die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin (SenKultGZ) vor der strategischen Aufgabe, die Theaterlandschaft wirtschaftlich tragfähig weiterzuentwickeln, ohne die künstlerische Qualität und Vielfalt zu gefährden. Vor diesem Hintergrund beauftragte die SenKultGZ actori damit, potenzielle Synergieeffekte zwischen den sechs Häusern zu identifizieren und sowohl nach monetären als auch nach nicht-monetären Kriterien zu bewerten. Das Projekt war ergebnisoffen angelegt und sollte eine fundierte Entscheidungsgrundlage für mögliche strukturelle Weiterentwicklungen schaffen.

"(...) Gerade in diesem herausfordernden Umfeld war actori für uns stets ein verlässlicher und kompetenter Partner. Besonders bedanken möchte ich mich für die große Geduld und das außergewöhnliche Engagement mit dem Sie den Prozess durch viele kleinteilige Abstimmungsschleifen vorangetrieben haben."

Cerstin Richter-Kotowski, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Vorgehen

actori verfolgte einen dreistufigen, modularen Analyseansatz. In der Status-quo-Analyse wurden zunächst die finanziellen, strukturellen, personellen und programmatischen Rahmenbedingungen aller sechs Häuser umfassend aufgenommen und ausgewertet. Auf dieser Grundlage wurden die Organisationsbereiche mit den größten Synergiepotenzialen herausgearbeitet, insbesondere Verwaltung, Werkstätten und Vertrieb. Im zweiten Schritt ordnete eine Benchmark-Analyse diese Potenziale anhand von Vergleichsinstitutionen ein – darunter die Stiftung Oper in Berlin, die Bayerischen Staatstheater oder die Österreichischen Bundestheater. So ließen sich Vor- und Nachteile bei Zusammenlegung von einzelnen Bereichen sowie erforderliche Rahmenbedingungen ableiten. Im dritten Modul wurden die identifizierten Synergiehebel abschließend quantifiziert und hinsichtlich Machbarkeit, Umsetzungsaufwand und nicht-monetärer Effekte wie Akzeptanz und Autonomie bewertet.

Über den gesamten Projektzeitraum hinweg führte actori rd. 100 qualitative Gespräche mit Mitarbeitenden der Sprechtheater sowie Vertretenden der Senatsverwaltung und der Benchmark-Institutionen, um Erkenntnisse zu Zielsetzung und Ausgangslage zu vertiefen. Wichtige Zwischenergebnisse wurden im Rahmen eines Lenkungsausschusses mit der Auftraggeberin abgestimmt sowie den Hausleitungen und Gremienvertretenden in Informationsveranstaltungen vorgestellt. Das Projekt mündete in einer schriftlichen Abschlussunterlage als Grundlage für die weitere strategische Planung.

Mehrwert

  • Die Untersuchung schafft eine vertiefte und vergleichbare Datengrundlage zu Infrastruktur, Personal und Wirtschaftlichkeit der sechs Sprechtheater und reichert diese um Kontextinformationen sowie qualitative Erkenntnisse aus Interviews an.
  • Die Benchmark-Analyse mit nationalen und internationalen Theaterverbünden ermöglicht eine Einordnung potenzieller Kooperationsmodelle im Branchenvergleich.
  • Die Quantifizierung konkreter Synergiepotenziale in Verwaltung, Werkstätten und Vertrieb liefert eine Entscheidungsgrundlage für eine mögliche künftige Strukturentwicklung.
  • Die Gegenüberstellung von Chancen und Umsetzungsaufwänden ermöglicht eine realistische Einordnung von Einsparpotenzialen.
  • Die Ergebnisse ermöglichen es der SenKultGZ, gezielt zwischen hausindividuellen Optimierungen und hausübergreifenden Kooperationsmodellen abzuwägen.

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Das Projekt wurde begleitet von Marietta Schoenberg, Projektleitung, Lisa-Marie Burkhardt, alumna, Dr. Sebastian Lücke, Projektleitung und Prof. Maurice Lausberg, Geschäftsführender Gesellschafter.