Kontext
Die fünf Kultureigenbetriebe der Stadt Leipzig – Oper Leipzig, Theater der Jungen Welt, Gewandhaus, Schauspiel Leipzig und Musikschule Leipzig – mit insgesamt über 1.500 Mitarbeitenden zählen zu den führenden Kulturinstitutionen Europas. Um ihren hohen künstlerischen Anspruch auch künftig zu erfüllen und nachhaltige Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten, beauftragte die Stadt Leipzig actori im September 2023 mit der Entwicklung einer umfassenden Gesamtstrategie. Diese sollte die Auswirkungen aktueller gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und technologischer Möglichkeiten in drei zentralen Bereichen untersuchen: Digitale Transformation, Personal und Audience Development. Ziel war es, ohne zusätzliche städtische Finanzierung strategische Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu identifizieren und konkrete Umsetzungspläne zu erarbeiten.
Vorgehen
actori führte das Projekt von September 2023 bis Dezember 2024 in drei aufeinander aufbauenden Modulen durch. Eine dreistufige Projektorganisation mit Lenkungsausschuss, betriebsübergreifenden Arbeitsgruppen je Handlungsfeld und operativer Projektleitung gewährleistete die systematische Bearbeitung aller Themenstränge parallel in den fünf Eigenbetrieben. In Modul 1 erfolgte eine umfassende Bestandsaufnahme durch Analyse vorhandener Dokumente wie Stellenpläne, Organigramme und bestehender Strategien sowie Interviews mit Führungskräften und Fachverantwortlichen aus allen Bereichen. Eine Mitarbeitendenbefragung mit über 500 Teilnehmenden identifizierte Schmerzpunkte und bestehende Ideen, während eine Besuchendenbefragung mit rund 3.000 Teilnehmenden Erkenntnisse über Zielgruppen und Marketingwirkung lieferte. Ergänzend wurden nationale und internationale Trend- und Best-Practice-Analysen durchgeführt, um übertragbare Lösungsansätze zu identifizieren. Modul 2 umfasste rund 20 partizipative Handlungsfeld-Workshops mit den relevanten Mitarbeitenden je Haus zur Entwicklung von Zielbildern je Eigenbetrieb. Hierbei wurde identifizierte Maßnahmen priorisiert und zu einer gemeinsamen Strategie im jeweiligen Bereich zusammengeführt. Modul 3 diente der häuserübergreifenden Abstimmung und Zusammenführung der erarbeiteten Themen in eine Gesamtstrategie. Diese Gesamtstrategie umfasst auch eine konkrete Zeit- und Maßnahmenplanung unter Berücksichtigung vorhandener finanzieller und personeller Ressourcen, sodass für die Eigenbetriebe eine konkrete Umsetzungsroadmap vorliegt.
Mehrwert
- Die entwickelte Strategie ermöglicht den Kultureigenbetrieben eine zukunftsfähige Entwicklung bis 2030.
- Die Entwicklung als Gesamtstrategie mit übergreifenden und einzelnen Maßnahmen sichert ein effektives und gleichzeitig effizientes Voranschreiten aller Betriebe.
- Die partizipative Erarbeitung mit Stadt und Betrieben durch rund 20 Workshops sichert breite Akzeptanz und Umsetzbarkeit auf allen Ebenen.
- Die Definition von 26 Zielen und 113 Maßnahmen gibt den Betrieben einen konkreten Umsetzungsplan vor.Die betriebsübergreifende Analyse zeigt konkrete Kooperationspotenziale in Digitalisierung, Personalentwicklung und Audience Development auf.
- Die implementierte Strategiecontrolling-Struktur ermöglicht kontinuierliche Weiterentwicklung durch die Mitarbeitenden selbst.
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Das Projekt wurde umgesetzt von Julius Geiger, Beratung, Marietta Schoenberg, Projektleitung, Franziskus Linsmann, Projektleitung und Prof. Maurice Lausberg, Geschäftsführender Direktor.