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Betriebs- und Nutzungskonzept für das historische Kurtheater in Bad Pyrmont

Aussen Asicht des alten Theaters in Bad Pyrmont in schwarz-weiss Fotografie mit zwei Laubbäumen und Parklaternen im Vordergrund
Foto: Museum/Stadtarchiv Bad Pyrmont

Kontext

2025 stand die Stadt Bad Pyrmont vor einer kulturpolitischen Chance: Der Erwerb des historischen Kurtheaters des Landes Niedersachsen. Doch mit dem denkmalgeschützten Juwel kamen viele Fragen auf: Wie lässt sich das kulturelle Wahrzeichen mit einzigartiger Akustik wirtschaftlich tragfähig betreiben? Welche Nutzung macht das Theater zukunftsfähig – und zu welchem Preis? Die veraltete Theatertechnik und begrenzte Infrastruktur erforderten eine umfassende Sanierung. Gleichzeitig fehlte eine klare Vorstellung, welche Bedürfnisse potenzielle Nutzende tatsächlich haben und wie das Theater langfristig zum kulturellen Herz der Stadt – für Theater-, Konzert- und Comedyveranstaltungen werden kann.

Vorgehen

Von Mai bis September 2025 entwickelte actori gemeinsam mit der Stadt Bad Pyrmont ein Betriebs- und Nutzungskonzept, das auf echten Bedarfen statt Annahmen basiert. In drei Modulen entstand Schritt für Schritt Klarheit:
Im engen Austausch mit Bürgermeister, Stadtverwaltung und lokalen Kulturakteurinnen und -akteuren erfasste actori den Status quo. Zudem wurden Nutzendenbedarfe abgefragt – mit der Erkenntnis: Das Theater wird gebraucht – aber vielseitiger nutzbar als gedacht. In einem intensiven Beteiligungsworkshop kamen daraufhin repräsentative Akteurinnen und Akteure zusammen: Kulturschaffende, Verwaltung, potenzielle Nutzende. Gemeinsam wurden gesammelte Informationen diskutiert, Visionen entwickelt und ein präziser Anforderungskatalog erarbeitet.
Aus dem partizipativen Dialog entwickelte actori Nutzungsszenarien für das historische Theatergebäude. Jedes Szenario wurde detailliert auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft: Welche Auslastung ist realistisch? Welchen Mehrwert schaffen zusätzliche Nutzungen? Welche Investitionen sind nötig? Szenarien zeigen auf, wie das Theater multifunktional und gleichzeitig nachhaltig tragfähig betrieben werden kann.
Parallel entwickelte actori verschiedene Betreibermodelle und beleuchtete diese systematisch: von kommunaler Eigenregie über Eigenbetriebe bis hin zu privaten oder gemeinnützigen Trägerschaften. Jedes Modell wurde hinsichtlich Vor- und Nachteile, Personalstruktur, Entscheidungswegen und finanzieller Tragfähigkeit bewertet. Das Projekt mündete in konkrete Handlungsempfehlungen zu Investitionskosten, Fördermöglichkeiten und Umsetzungsschritten.



Foto: actori GmbH

Mehrwert

  • Die partizipative Entwicklung durch digitale Bedarfsabfrage und Beteiligungsworkshop sicherte ein bedarfsgerechtes Konzept statt Wunschdenken und schuf Akzeptanz bei Kulturschaffenden, Verwaltung und Nutzenden
  • Die Machbarkeitsprüfung verschiedener Nutzungsszenarien liefert eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Investitionen und Fördermittel und zeigt, wie das Theater Sprechtheater, Konzerte und Schulveranstaltungen wirtschaftlich und lebendig unter einem Dach vereinen kann.
  • Die entwickelten Betreibermodelle mit jeweiligen Vor- und Nachteilen sowie priorisierte Umsetzungsschritte inklusive Fördermittelempfehlungen sorgen für einen klaren Fahrplan von der Sanierung bis zum Betriebsstart.

 



Das Projekt wurde umgesetzt von Rebecca Heinzler, Leitung Architektur und Frank Schellenberg, Geschäftsführer.