Kontext
Flensburg verfügt über eine lebendige und diverse Kulturlandschaft: Neben dem Schleswig-Holsteinischen Landestheater als institutionellem Anker prägt eine dynamisch wachsende freie Szene – insbesondere im Bereich des zeitgenössischen Tanzes – das kulturelle Leben der Stadt. Im Rahmen ihres laufenden Kulturentwicklungsprozesses beauftragte die Stadt Flensburg actori, die Situation und Perspektiven der darstellenden Künste systematisch zu erfassen und Wege zu eruieren, wie SHLT und Freie Szene künftig stärker voneinander profitieren können. Gleichzeitig galt es angesichts steigender Betriebskosten und eines angespannten städtischen Haushalts, frühzeitig Handlungsoptionen für das SHLT zu identifizieren. Das Projekt lief von September 2025 bis April 2026.
Vorgehen
Zur Bestandsaufnahme der darstellenden Künste in Flensburg führte actori Interviews mit Vertretenden der Stadt sowie Akteurinnen und Akteuren der freien Szene durch. Ziel war es, Anforderungen, Lage und Perspektiven der Szene gebündelt zu erfassen und der Stadt ein fundiertes Stimmungsbild als Arbeitsgrundlage bereitzustellen. Eine ergänzende Online-Befragung vertiefte die Erkenntnisse zu Kooperationsbedarfen und Synergiepotenzialen. Auf Basis dieser Erhebungen erarbeitete actori eine SWOT-Analyse der darstellenden Künste sowie eine Best-Practice-Analyse vergleichbarer Städte zu Kooperationsansätzen und der Stärkung der freien Szene. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für zwei moderierte Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der Flensburger Kulturszene. Im Mittelpunkt standen Vernetzung, Ressourcenteilung und die Frage, wie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen SHLT und freier Szene strukturell verankert werden kann.
Am Landestheater führte actori eine umfassende Status-quo-Analyse durch: Organisations- und Finanzstruktur wurden auf Basis von vier repräsentativen Spielzeiten untersucht und durch eine Benchmark-Analyse mit vergleichbaren Theatern transparent eingeordnet. Interviews mit Leitungsfunktionen des Theaters ergänzten die Datenanalyse um qualitative Einschätzungen zur Ausgangssituation.
Im Abschlussbericht führte actori alle Ergebnisse zusammen: Neben einer Szenarienentwicklung für die künftige Aufstellung des SHLT enthält er Handlungsempfehlungen zur Stärkung der darstellenden Künste in Flensburg. Die Ergebnisse wurden abschließend in politischen Gremien der Stadt präsentiert.
Mehrwert
- Die SWOT-Analyse liefert ein klares Lagebild der darstellenden Künste und benennt konkrete Entwicklungsbedarfe für die Flensburger Kulturlandschaft.
- Die gebündelte Erfassung von Anforderungen und Perspektiven der freien Szene liefert der Stadt eine belastbare Informationsgrundlage für ihren Kulturentwicklungsprozess.
- Best-Practice-Beispiele vergleichbarer Städte lieferten konkret übertragbare Impulse zur Stärkung von Kooperationsstrukturen und der freien Szene.
- Status-quo-Analyse und Benchmarking schufen Transparenz über die Effizienz und Positionierung des SHLT im überregionalen Vergleich.
- Die Szenarienentwicklung ermöglicht der Stadt, verschiedene Zukunftspfade für das SHLT hinsichtlich ihrer finanziellen und kulturellen Auswirkungen fundiert abzuwägen.
- Der Abschlussbericht bildet eine fundierte Grundlage für Stadtrat und Kulturverwaltung, um die Theaterlandschaft Flensburgs strategisch weiterzuentwickeln.
Das Projekt wurde umgesetzt von Julia Engl, Beratung und Franziskus Linsmann, Projektleitung.